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Varieté-Lexikon


         Von A wie »Antipodenspiele« bis Z wie »Zauberei«

Antipodenspiele
(auch Antipodenjonglage) Antipode griech. Gegenfüßler; der Artist liegt bei dieser Form der Jonglage auf einem speziellen Stuhl (der Trinka) und jongliert mit den Füßen (auf den Fußsohlen) verschiedene Gegenstände wie z.B. Tonnen, Kugeln oder auch Koffer, Schirme, Tische, Teppiche, etc.

Bauchredner
Der Künstler führt mit einer Puppe, der er seine Stimme verleiht, einen witzigen Dialog. Dabei werden die Sätze der Puppe von dem Künstler so gesprochen, dass keine Bewegungen der Lippen zu erkennen sind.

Clownerie / Comedy
In der Zirkusgeschichte wurde als erster Clown Louis Auriol 1834 namentlich erwähnt. Die klassischen Clowns wie Grog oder Rivel kamen meist ohne Sprache aus oder verwendeten eine allerorts verständliche Fantasiesprache. In der heutigen Zeit präsentieren sich in den Varietés oftmals Comedians, die neben der wortlosen Clownerie auch die moderne Sprachkomik vertreten.

Drahtseil
Man unterscheidet zwei Formen der Drahtseil-Akrobatik. Das Schlappseil – ein schlaff montiertes Seil, auf dem der Artist in der Mitte (dem tiefsten Punkt) steht und Jonglagen oder Schwungtricks vorführt. Das Tanzseil – ein straff gespanntes Seil, auf dem sowohl Schrittkombinationen als auch akrobatische Tricks wie z.B. Salti gezeigt werden.

Equilibristik
Zur Equilibristik werden alle Genre gezählt, in denen der Artist sich oder ein Gerät im Gleichgewicht halten muss. siehe unter freistehende Leiter, Partnerakrobatik, Rola Rola

Freistehende Leiter
Ähnlich wie beim Stelzenlauf bleibt der Artist mit der Leiter ständig in Bewegung, um die Balance zu halten. Auf der Leiter stehend präsentiert er akrobatische Tricks, die er alleine oder mit Partner vollführt.

Glasbalancen
Der Artist balanciert Gläser auf einer Messerspitze oder Klinge. Der Griff des Messers wird dabei mit den Zähnen gehalten. Der Höhepunkt der Darbietung ist die Glaspyramide. Hierbei wird durch Gläser und Glasscheiben eine Pyramide errichtet, die der Künstler auf des Messers Schneide trägt.

Hula Hoop
Eine perfekte artistische Darbietung entstand hier durch ein Kinderspiel. Die Artisten wirbeln Hula Hoop-Ringe mit faszinierender Leichtigkeit um ihren Körper und bringen es als Höhepunkt der Nummer dabei auf bis zu 50 Ringe.

Ikarische Spiele
Ähnlich wie bei den Antipodenspielen liegt der Artist mit dem Rücken auf der Trinka und jongliert mit den Füßen. Diesmal sind es aber keine Tonnen o. ä. sondern ein Mensch, der bei dieser Darbietung Sprungkombinationen und Salti vorführt.

Jonglage
Diese Form der Artistik ist ein wichtiger Bestandteil vieler Varietéprogramme. Der Künstler jongliert mit Ringen, Bällen, Hüten, Zigarrenboxen, Keulen o. ä. und zeigt dabei oftmals erstaunliche Kombinationen. Die Koordinationsgabe der Jongleure wird von vielen Menschen bewundert.

Kontorsionistik
Die Kontorsionistik ist die Kunst des extremen Verbiegens des Körpers. Man unterscheidet zwischen Klischnigg (Verbiegen des Körpers nach vorne) und Kautschuk (Verbiegen des Körpers nach hinten). Meist wird diese Kunst von Frauen ausgeübt. Nur wenige Männer entschließen sich zu einer Artistenlaufbahn als »Schlangenmensch«.

Moderation
(auch Conference) In den meisten Varietéprogrammen der Neuzeit führt ein Conferencier durch den Abend und verbindet oftmals als roter Faden die Darbietungen der übrigen Künstler. Neben den Moderationen und Überleitungen ist er mit Solo-Darbietungen (Zauberei, Jonglage, Comedy, Chansons, o. ä.) zu bewundern.

Nanaische Spiele
Der Artist führt stehend und vorgebeugt bis zum Boden (die Hände befinden sich in Schuhen) akrobatische Schwungkombinationen aus. Sein Kostüm besteht aus zwei Figuren, die scheinbar miteinander tanzen. Dieses Genre ist sehr selten im Varieté zu finden.

Partnerakrobatik
Zwei oder mehrere Artisten (Männer, Frauen oder gemischt) präsentieren equilibristische Tricks wie Kopf auf Kopf, Hand auf Hand, Einarmer auf Kopf, o. ä. – die sehr klassische Variante ist die der Goldenen Menschen.

Rola Rola
Diese Kunst ist ein weiteres equilibristisches Genre. Der Akrobat balanciert auf Rollen und Brettern, die übereinander getürmt in mehreren Ebenen gegeneinander versetzt sind.

Trapez
In den meisten Varietés findet man zwei Arten von Trapez-Darbietungen. Das Stehtrapez dient den Artisten als Gerät, auf dem Schwünge und equilibristische Tricks präsentiert werden. Das Trapez selber schwingt nicht. Beim schwingenden Trapez zeigen die Artisten oftmals atemberaubende Balanceübungen im Schwung.

Vertikalseil
Ein Lotrecht von der Decke hängendes Hanfseil dient den Artisten als Gerät für akrobatische Tricks und Schwungkombinationen. Dieses Genre ist fast eine reine Frauen-Domäne.

Zauberei
Manipulationen, Großillusionen, mentalistische Tricks, o. ä. – die Illusion des Unfaßbaren fasziniert bis zum heutigen Tage das Publikum. Ob Kartentrick oder das Kabinett, aus dem der Magier scheinbar verschwindet - Groß und Klein schauen mit großen Augen und rätseln ob der Lösung dieser Illusion.


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